Dortmunder Wohnungsmarkt – Immobilien für Dortmund
Ratgeber9 Min. Lesezeit

WG gründen in Dortmund: Stadtteile, Mietvertrag und Kosten fair aufteilen

Eine WG in Dortmund zu gründen ist beliebt bei Studierenden und jungen Berufstätigen. Hier erfährst du, welche Stadtteile sich eignen, wie der Mietvertrag aussehen sollte und wie ihr Kosten fair aufteilt.

WG gründen in Dortmund: Stadtteile, Mietvertrag und Kosten fair aufteilen

Eine Wohngemeinschaft in Dortmund zu gründen ist für viele Studenten, Auszubildende und junge Berufstätige die ideale Wohnform: gemeinsam lebt es sich günstiger, geselliger und flexibler. Doch bevor die erste WG-Party steigt, stehen wichtige Entscheidungen an: Welcher Stadtteil passt zu euren Bedürfnissen? Welches Mietvertragsmodell ist das richtige? Und wie teilt ihr Miete, Nebenkosten und Kaution fair auf?

In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige rund um die WG-Gründung in Dortmund – von der Stadtteilwahl über rechtliche Fragen bis zur transparenten Kostenaufteilung.

Die besten Stadtteile für WGs in Dortmund

Die Wahl des Stadtteils hängt von euren Prioritäten ab: Nähe zur Uni, gute Verkehrsanbindung, lebendiges Umfeld oder günstige Mieten?

Studentenviertel und Uni-Nähe

Barop und Eichlinghofen liegen direkt am Campus der TU Dortmund und sind traditionelle Studentenviertel. Hier findest du:

  • Kurze Wege zu Vorlesungen und Bibliothek
  • Etablierte WG-Infrastruktur mit vielen Anbietern
  • Studentisches Umfeld und Cafés
  • Durchschnittliche Warmmiete: 8–10 €/m² für WG-Zimmer

Dorstfeld ist ebenfalls campusnah und bietet oft etwas günstigere Altbauwohnungen, die sich gut für größere WGs eignen.

Zentrale Lagen mit urbanem Flair

Das Kreuzviertel ist Dortmunds Szeneviertel mit Altbaucharme, Kneipen und Cafés. Hier wohnen viele junge Berufstätige und Kreative in WGs:

  • Fußläufig zur Innenstadt
  • Hohe Lebensqualität, aber auch höhere Mieten (10–13 €/m²)
  • Gute Infrastruktur und Nachtleben

Unionviertel und Klinikviertel sind etwas ruhiger, aber ebenfalls zentral gelegen und bei jungen Berufstätigen beliebt.

Für Studierende der FH Dortmund bietet sich die Innenstadt-Nord an – mit direkter Anbindung an den Campus Sonnenstraße.

Günstige Alternativen mit guter Anbindung

Wer aufs Budget achten muss, findet in diesen Stadtteilen bezahlbare WG-Wohnungen:

  • Hörde: Gute U-Bahn-Anbindung, Nähe zum Phoenix-See, 7–9 €/m²
  • Hombruch: Ruhig, grün, S-Bahn zur Uni, 7–9 €/m²
  • Körne: Östlich der Innenstadt, gut angebunden, 7–8 €/m²
  • Mengede: Nördlicher Stadtrand, sehr günstig (6–8 €/m²), längere Pendelzeiten

Achtet bei der Stadtteilwahl auf die Verkehrsanbindung: Eine U-Bahn-Station in der Nähe spart Zeit und macht euch flexibler.

Mietvertragsmodelle für WGs: Vor- und Nachteile

Bei der WG-Gründung habt ihr grundsätzlich drei Mietvertragsmodelle zur Auswahl. Jedes hat unterschiedliche rechtliche und praktische Konsequenzen.

Hauptmieter-Modell

Eine Person (Hauptmieter) unterschreibt den Mietvertrag allein und vermietet Zimmer an die Mitbewohner unter.

Vorteile:

  • Vermieter hat nur einen Ansprechpartner
  • Hauptmieter kann Mitbewohner selbst auswählen und austauschen
  • Einfachere Vertragsgestaltung

Nachteile:

  • Hauptmieter trägt das volle finanzielle Risiko (haftet allein für die Gesamtmiete)
  • Untermieter haben schwächere Rechtsposition
  • Vermieter muss Untervermietung ausdrücklich erlauben
  • Hauptmieter muss Untermietverträge mit allen Mitbewohnern schließen

Für wen geeignet: Wenn eine Person langfristig in der Wohnung bleiben möchte und die anderen häufiger wechseln.

Gemeinschaftlicher Mietvertrag

Alle WG-Mitglieder unterschreiben gemeinsam einen Mietvertrag und sind gleichberechtigte Hauptmieter.

Vorteile:

  • Alle haben die gleichen Rechte und Pflichten
  • Demokratische Entscheidungen
  • Jeder kann direkt mit dem Vermieter kommunizieren

Nachteile:

  • Alle haften gesamtschuldnerisch (jeder für die volle Miete)
  • Bei Auszug eines Mitbewohners muss der Vertrag angepasst werden
  • Vermieter muss Nachmieter akzeptieren
  • Komplizierter bei häufigem Wechsel

Für wen geeignet: Für stabile WGs mit langfristiger Planung, etwa unter Freunden.

Einzelmietverträge

Jedes WG-Mitglied schließt einen eigenen Mietvertrag für sein Zimmer ab.

Vorteile:

  • Jeder haftet nur für sein eigenes Zimmer
  • Einfacher Wechsel einzelner Mitbewohner
  • Klare Zuständigkeiten

Nachteile:

  • Weniger Autonomie bei der Mitbewohnerauswahl (Vermieter entscheidet)
  • Gemeinschaftsräume müssen im Vertrag geregelt sein
  • Selten bei privaten Vermietern, eher bei Wohnheimen

Für wen geeignet: Zweck-WGs oder wenn ihr euch vorher nicht kennt.

Kaution und Miete: Faire Aufteilung in der WG

Kaution aufteilen

Die Mietkaution beträgt in der Regel drei Nettokaltmieten. Bei einem gemeinschaftlichen Mietvertrag solltet ihr die Kaution fair aufteilen:

Nach Zimmergröße: Wer ein größeres Zimmer hat, zahlt anteilig mehr. Beispiel bei 1.500 € Kaution:

  • Zimmer 1 (20 m²): 600 €
  • Zimmer 2 (15 m²): 450 €
  • Zimmer 3 (15 m²): 450 €

Gleichmäßige Aufteilung: Alle zahlen den gleichen Betrag, unabhängig von der Zimmergröße – sinnvoll, wenn die Zimmer ähnlich groß sind.

Wichtig: Legt schriftlich fest, wer wie viel eingezahlt hat. Bei Auszug eines Mitbewohners muss dessen Kautionsanteil vom Nachmieter übernommen werden.

Miete berechnen: Verschiedene Modelle

Bei der Mietaufteilung gibt es mehrere faire Ansätze:

1. Nach Zimmergröße

Die gängigste Methode: Jeder zahlt entsprechend seiner Quadratmeterzahl.

Beispiel: 3-Zimmer-WG, 90 m² Gesamtfläche, 900 € Kaltmiete

  • Zimmer A (25 m²): 250 €
  • Zimmer B (20 m²): 200 €
  • Zimmer C (15 m²): 150 €
  • Gemeinschaftsflächen (30 m²): 300 € geteilt durch 3 = je 100 €

Endmiete:

  • Person A: 350 €
  • Person B: 300 €
  • Person C: 250 €

2. Nach Zimmerqualität

Berücksichtigt Faktoren wie:

  • Südbalkon vs. Nordfenster
  • Eigenes Bad
  • Straßenlärm
  • Möblierung

Hier könnt ihr Zu- oder Abschläge vereinbaren (z. B. +50 € für Balkonzimmer).

3. Gleichmäßige Aufteilung

Alle zahlen gleich viel – nur fair, wenn die Zimmer wirklich gleichwertig sind.

Tipp: Nutzt Online-Rechner zur WG-Kostenaufteilung oder erstellt gemeinsam eine Excel-Tabelle.

Nebenkosten transparent aufteilen

Nebenkosten sollten monatlich über ein gemeinsames Konto oder eine Haushaltskasse laufen:

Umlagefähige Nebenkosten (vom Vermieter abgerechnet):

  • Heizung und Warmwasser
  • Wasser/Abwasser
  • Müllabfuhr
  • Hausmeister, Treppenhausreinigung
  • Grundsteuer (anteilig)

Diese werden meist nach Wohnfläche oder Personenzahl aufgeteilt.

WG-interne Kosten:

  • Strom (Hauptverbraucher: Kühlschrank, Herd, Waschmaschine)
  • Internet/GEZ
  • Putz- und Hygieneartikel
  • Gemeinsame Lebensmittel

Empfehlung: Richtet ein gemeinsames Haushaltskonto ein oder nutzt Apps wie Splitwise, um Ausgaben zu tracken.

Organisatorisches: Anmeldung, Versicherung und Hausordnung

Wohnsitz anmelden

Jedes WG-Mitglied muss sich innerhalb von zwei Wochen nach Einzug beim Bürgeramt ummelden. Dafür benötigt ihr die Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter – diese könnt ihr bei uns kostenlos ausfüllen und herunterladen.

Versicherungen klären

Jedes WG-Mitglied sollte eine eigene Privathaftpflichtversicherung haben. Eine gemeinsame Hausratversicherung kann sinnvoll sein, wenn ihr teure gemeinsame Anschaffungen habt – klärt aber, wer bei Auszug die Versicherung übernimmt.

WG-Regeln schriftlich festhalten

Um Streit zu vermeiden, solltet ihr zentrale Punkte schriftlich vereinbaren:

  • Putzplan und Zuständigkeiten
  • Ruhezeiten und Besuchsregelungen
  • Nutzung von Gemeinschaftsräumen
  • Umgang mit Lebensmitteln
  • Kündigungsfristen bei Auszug
  • Nachmietersuche

Ein schriftliches WG-Regelwerk schafft Klarheit und ist besonders wichtig, wenn ihr euch vorher nicht kanntet.

Checkliste: WG-Gründung Schritt für Schritt

  1. Stadtteil und Budget festlegen

  2. Wohnung suchen

  3. Mietvertragsmodell wählen

    • Gemeinsam entscheiden und mit Vermieter abstimmen
    • Alle Verträge gründlich lesen
  4. Kostenaufteilung festlegen

    • Kaution, Miete und Nebenkosten fair berechnen
    • Schriftlich dokumentieren
  5. Wohnung besichtigen und übernehmen

  6. Formalitäten erledigen

    • Ummeldung beim Bürgeramt
    • Strom- und Gasanbieter anmelden
    • Internet bestellen
    • GEZ-Befreiung prüfen (für Studierende mit BAföG)
  7. WG-Organisation aufsetzen

    • Haushaltskasse oder gemeinsames Konto
    • Putzplan erstellen
    • WG-Regeln vereinbaren

Typische Fallstricke und wie ihr sie vermeidet

Problem: Mitbewohner zahlt nicht

Bei gemeinschaftlichem Mietvertrag haften alle gesamtschuldnerisch. Der Vermieter kann die volle Miete von jedem einzelnen fordern. Lösung: Klare Zahlungsfristen vereinbaren, bei Zahlungsausfall sofort ansprechen und notfalls rechtliche Schritte einleiten.

Problem: Uneinigkeit bei der Nachmietersuche

Beim Hauptmieter-Modell entscheidet der Hauptmieter. Bei gemeinschaftlichem Vertrag müssen sich alle einig sein – und der Vermieter muss zustimmen. Lösung: Auswahlkriterien vorher festlegen (Bonität, Sympathie, Lebensstil).

Problem: Streit um Gemeinschaftsräume

Küche, Bad und Wohnzimmer gehören allen. Lösung: Nutzungszeiten für Bad morgens koordinieren, Kühlschrankfächer zuweisen, Putzplan mit wöchentlichem Wechsel.

Problem: Auszug und Kautionsrückzahlung

Bei gemeinschaftlichem Vertrag wird die Kaution erst nach Auszug aller Mieter zurückgezahlt. Lösung: Ausziehende Person erhält ihren Kautionsanteil vom Nachmieter, nicht vom Vermieter.

Häufige Fragen zur WG-Gründung in Dortmund

Wie hoch sind die durchschnittlichen WG-Kosten in Dortmund?

Ein WG-Zimmer kostet in Dortmund durchschnittlich 300–450 € warm, abhängig von Stadtteil und Ausstattung. In Uni-Nähe (Barop, Eichlinghofen) liegen die Preise bei 350–450 €, in günstigeren Stadtteilen wie Hörde oder Mengede bei 250–350 €. Hinzu kommen anteilige Nebenkosten (Strom, Internet, GEZ) von ca. 50–80 € pro Person.

Brauche ich eine Schufa-Auskunft für die WG-Bewerbung?

Bei einem gemeinschaftlichen Mietvertrag oder als Hauptmieter verlangt der Vermieter in der Regel eine Schufa-Auskunft von allen Mietvertragspartnern. Als Untermieter im Hauptmieter-Modell kann der Hauptmieter eine Auskunft verlangen, muss es aber nicht. Eine Mieterselbstauskunft solltet ihr in jedem Fall vorbereiten.

Darf der Vermieter die Gründung einer WG verbieten?

Nein, grundsätzlich nicht. Das Recht auf freie Wohnungsnutzung erlaubt es Mietern, mit anderen Personen zusammenzuwohnen. Der Vermieter kann allerdings bei Untervermietung (Hauptmieter-Modell) seine Zustimmung verweigern, wenn berechtigte Interessen entgegenstehen – etwa bei Überbelegung. Bei einem gemeinschaftlichen Mietvertrag mit allen als Hauptmieter hat der Vermieter kein Mitspracherecht.

Wie finde ich passende Mitbewohner in Dortmund?

Nutze WG-Portale, schwarze Bretter an der TU und FH Dortmund, Facebook-Gruppen oder den Dortmunder Wohnungsmarkt. Veranstalte WG-Castings mit mehreren Interessenten gleichzeitig, um die Gruppendynamik zu testen. Achte nicht nur auf Sympathie, sondern auch auf Zuverlässigkeit und ähnliche Vorstellungen von Sauberkeit und Lärmpegel.

Was passiert, wenn ein Mitbewohner vorzeitig auszieht?

Bei einem gemeinschaftlichen Mietvertrag können einzelne Mieter nur mit Zustimmung aller anderen und des Vermieters aus dem Vertrag entlassen werden. Üblich ist, dass der Ausziehende einen Nachmieter sucht. Beim Hauptmieter-Modell kündigt der Untermieter gemäß Untermietvertrag, der Hauptmieter sucht einen Nachfolger. Die Kündigungsfrist beträgt bei Untermietverhältnissen meist drei Monate, kann aber vertraglich anders geregelt sein.

Muss ich als WG-Mitglied GEZ zahlen?

Pro Wohnung muss eine Person den Rundfunkbeitrag zahlen (aktuell 18,36 € monatlich). Ihr könnt selbst entscheiden, wer den Beitrag anmeldet – am fairsten ist es, die Kosten durch die Anzahl der Bewohner zu teilen. Studierende mit BAföG-Vollförderung können sich befreien lassen.

Wie lange dauert die Wohnungssuche für eine WG in Dortmund?

Die Suche nach einer geeigneten WG-Wohnung dauert in Dortmund durchschnittlich 4–8 Wochen. In stark nachgefragten Stadtteilen wie dem Kreuzviertel oder in Uni-Nähe kann es länger dauern. Plant besonders zum Semesterstart (September/Oktober und März/April) mehr Zeit ein, da dann die Konkurrenz am größten ist. Startet die Suche idealerweise 2–3 Monate vor dem gewünschten Einzugstermin.

Kann ich als Student ohne Einkommen eine WG-Wohnung mieten?

Ja, viele Vermieter akzeptieren Bürgschaften der Eltern oder Einkommensnachweise wie BAföG-Bescheide. Bei einem gemeinschaftlichen Mietvertrag erhöht sich die Bonität, wenn mehrere Mieter gemeinsam auftreten. Manche Vermieter verlangen eine höhere Kaution oder Mietvorauszahlungen. Eine vollständige und ehrliche Mieterselbstauskunft erhöht eure Chancen.

Welche Rechte habe ich als Untermieter in einer WG?

Als Untermieter hast du einen Mietvertrag mit dem Hauptmieter, nicht mit dem Vermieter. Du hast Anspruch auf vertragsgemäße Nutzung deines Zimmers und der Gemeinschaftsräume. Bei Mängeln musst du dich an den Hauptmieter wenden, der diese dem Vermieter meldet. Dein Kündigungsschutz ist schwächer als bei Hauptmietern. Der Hauptmieter kann dir mit der vereinbarten Frist kündigen, ohne besondere Gründe angeben zu müssen.

Lohnt sich eine WG auch für Berufstätige?

Absolut. Auch viele junge Berufstätige in Dortmund leben in WGs, um Kosten zu sparen, zentral zu wohnen und soziale Kontakte zu pflegen. Berufstätigen-WGs finden sich vor allem im Kreuzviertel, Unionviertel und in Hörde. Wichtig ist, dass die Lebensstile zusammenpassen – etwa ähnliche Arbeitszeiten und Vorstellungen von Ruhe und Ordnung. Achtet auf gute Verkehrsanbindung zu euren Arbeitsstätten.